Bayer HQ Leverkusen: Medienfassade
Vom Konzernsitz zum Kommunikationsinstrument
Das Bayer-Hochhaus war ein 122 Meter hohes, ehemaliges Verwaltungsgebäude der Bayer AG in Leverkusen. Nach dem gescheiterten Versuch, das Haus in eine große Medienfassade umzubauen, wurde am 20. Januar 2011 bekannt, dass es abgerissen werden soll. Der Abriss wurde im Jahr 2012 durchgeführt.
– Architektur: HPP Hentrich Petschnigg & Partner (1960)
– Medienfassade: ag4 media facade GmbH, Köln (Generalunternehmer)
– Bespielung: Bayer Kommunikationsabteilung und ag4 mittels IMPP®, dem Steuerprogramm der ag4 media facade GmbH.
– Inbetriebnahme: Herbst 2009
– Sehenswert: Testlauf der Animationen für die Einweihungsfeier (YouTube Video)
Umbau statt Abriss
Im Jahr 1963 war das intern W1 genannte Gebäude als neue Konzernzentrale der Bayer AG bezogen worden. Das Hochhaus war zu dieser Zeit mit 122 Metern das höchste und modernste Bürogebäude Europas. Im Jahr 2002 verließ der Bayer-Konzern das Gebäude, die Ruine sollte in den Folgejahren abgerissen werden.
2007 gab die Bayer AG bekannt, sie plane die Umwandlung der ehemaligen Konzernzentrale in eine weithin sichtbare Medienskulptur, um damit eine «zeitgemäße Visualisierung von Bayer» am Hauptsitz des Unternehmens zu schaffen. «Mit dem Umbau der ehemaligen Konzernzentrale zur Medienfassade wollen wir als forschendes, innovatives Unternehmen deutlich machen, dass wir auch kommunikativ fortschrittlich denken und handeln. Zudem erhalten wir ein weithin sichtbares Zeichen für den Sitz unseres Konzerns hier in der Region», sagte Bayer-Vorstandsvorsitzender Werner Wenning.
Das 122 Meter hohe an der Kaiser-Wilhelm-Allee wurde zunächst bis auf die Stahl- und die Deckenkonstruktionen entkernt und danach mit einem transparenten und wetterbeständigen Edelstahlgewebe über eine Fläche von 17.500 Quadratmetern umhüllt. Die Arbeiten zogen sich über zwei Jahre hin und wurden Mitte 2009 beendet.
Das Gebäude mit seinen 122 Metern Höhe, 70 Metern Breite und 20 Metern Tiefe war von einem 17.500 Quadratmeter großen Stahlgeflecht umgeben. Dieses Geflecht diente als Halterung für insgesamt 5,6 Millionen Leuchtdioden (je zwei rote, zwei grüne und eine blaue LED als eine Einheit). Von innen waren die Stahlmatten mit einer grünen Kunststoffschicht verkleidet, die zusammen mit einer indirekten blauen Innenbeleuchtung den Kontrast des Bildes verbessern soll.
Tagsüber sollten auf zwei Gebäudeseiten jeweils ein Bildschirm von 40 mal 40 Metern Bilder oder Filme aus dem Bayer-Werk zeigen. Nachts ergabt die komplette Fläche auf allen vier Gebäudeseiten eine rundum laufende Bildfläche.
Aufgrund technischer Probleme wurde das Vorhaben im Januar 2011 jedoch aufgegeben und erneut der Abriss angekündigt. Der Abriss wurde im Jahr 2012 durchgeführt, die entstandene Freifläche wurde als Verlängerung des angrenzenden japanischen Gartens bepflanzt (Stand März 2013).
Bereits 1999 hatte das Leverkusener Hochhaus weltweit Schlagzeilen gemacht: Aus Anlaß des 100. Geburtstags der Marke Aspirin wurde das von den Architekten HPP Hentrich Petschnigg & Partner im Jahr 1960 errichtete Scheibenhochhaus in über 20.000 Quadratmeter Netzgewebe eingehüllt und erstrahlte zwei Wochen lang im wohlbekannten Grünton. Danach sollte es abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.
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